DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Beschlussvorlage für den Runden Tisch

Der Runde Tisch begrüßt den Vorschlag der Regierung, eine öffentliche Datenbank einzurichten. Um allen Parteien, Gruppen, Organisationen und Wissenschaftlern wie fachlich qualifizierte Mitarbeit an der notwendigen Wirtschaftsreform in der DDR zu ermöglichen und um die Diskussion über die soziale und ökonomische Entwicklung in der DDR langfristig auf eine solide Grundlage zu stellen, fordert der Runde Tisch, die öffentliche Datenbank folgendermaßen zu realisieren:

- Offenlegung der bisherigen Praxis der Datenerhebung, -verarbeitung und -veröffentlichung

- Grundsätzliche Überprüfung der bisherigen Praxis der Datenerhebung, -verarbeitung und -veröffentlichung der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik und anderer diesbezüglich relevanter Organe. Die neue Praxis muss eine verbindliche einklagbare Rechtsgrundlage erhalten.
Geheimhaltungsklauseln sind zur Gewährleistung größtmöglicher Öffentlichkeit zu revidieren.

- Die Arbeit der SZS ist dahingehend zu qualifizieren, dass sie alle relevanten Daten der Sozial- und Wirtschaftsstatistik verwaltet. Als die für Wirtschafts- und Sozialstatistik zuständige Einrichtung der Regierung muss die SZS zentraler Ansprechpartner für alle sein, die entsprechende Daten abfordern.

- Neustrukturierung der volkswirtschaftlichen Statistik gemäß internationalen Normen.

Um die Durchsetzung dieser Forderungen zu gewährleisten, wird ein "Beirat für öffentliche Sozial- und Wirtschaftsinformation" gebildet, der auch an der Schaffung der erforderlichen gesetzlichen Grundlagen mitwirkt.

aus: Das Neue Forum - Selbstportrait einer Bürgerbewegung, Demokratiebewegung in der DDR, Materialien zur gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, DGB-Bundesvorstand, Abt. gewerkschaftliche Bildung, ohne Ort und Datum