DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Die Nelken


A(...) B(...), Berlin


Öko-Politik - Warum?

Das Symbol unserer Partei ist nicht nur ein traditionsreiches Zeichen der Arbeiterbewegung, es ist für mich auch die schönste Synthese der Farben rot und grün, wie aber halten wir es mit der Farbe grün?

Es besteht bei den Linken kein Zweifel darüber, dass die Alternative zur kapitalistischen Marktwirtschaft, oder anders gesagt, zur hemmungslosen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, eine öko-sozialistische, basisdemokratische Politik auf allen gesellschaftlichen Ebenen ist. Öko-Politik darf nicht nur als Müsli-Essen und biologischer Anbau von Gemüse verstanden werden. Vielmehr berührt sie eminent wichtige soziale, wirtschaftliche, kulturelle und militärische Fragen, von denen die Umweltzerstörung, der Nord-Süd-Konflikt oder das Problem der Menschenrechte hier besonders hervorgehoben werden. Daran wird erkennbar, dass es einer alternativen Öko-Politik nicht vordergründig um das medienwirksame Einsetzen einzelner Filteranlagen in die Schlote der nationalen Dreckschleudern geht, sondern um den Erhalt der Menschheit und der Erde, um eine am Menschen orientierte Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, um eine Umstrukturierung der Weltwirtschaft, um eine neue menschliche Kultur des Zusammenlebens, um bürgernahe Kommunalpolitik, um sinnvolle Stadtentwicklung und Umweltschutz. (Die Reihe ließe sich beliebig erweitern.)

In Anbetracht dieser globalen Menschheitsprobleme, die sich bis in die Familien beginnen auszuwirken, ist schnelles und effektives Handeln dringend erforderlich.

Jeder weiß, was der "Preis" für das freie Spiel der Kräfte des Marktes sein wird. Aus diesem Grund muss sich unsere Partei Gedanken machen, wie sie programmatisch und praktisch auf die globalen Herausforderungen antworten will. Das bisherige Programm bietet dazu allenfalls Ansätze. Dieses Defizit im konzeptionellen Bereich kann sich für uns in der Zukunft sehr negativ auswirken. Ich schlage deshalb vor, dass unser künftiges Programm konkret öko-sozialistisch strukturiert und konzipiert ist. Dabei geht es nicht um eilfertiges Schleien nach möglichen Bündnispartnern in der grünen Bewegung. Das reale Interesse der Bürger ist der Maßstab. Ökologisch denkende Parteimitglieder müssen sich in Wohngebieten, Gemeinden und Städten, wenn nötig auch auf internationalem Parkett als politische Interessenvertreter der Immer nachdenklicher werdenden Bürger profilieren. Dazu muss unsere Partei Konzepte und Papiere In entsprechenden Arbeitsgruppen erarbeiten und mit den Öko-Gruppen Kontakt aufnehmen. Nur so kann sinnvolle Aufklärungsarbeit und bürgernahe Politik auf allen gesellschaftlichen Ebenen geleistet werden. Deshalb - grünes Licht für Öko-Politik!