DDR 1989/90Brandenburger Tor

Impressum


Die Grüne Partei - ökologisch-solidarisch-basisdemokratisch

Politik ökologischer Verantwortung

Programm wichtig für die Jugend

Die Menschheit hat nur dann eine Zukunft, wenn sie ihre Lebensgrundlagen behütet, wenn sie Wasser, Luft und Boden als unersetzlich begreift. Die heutigen Industriegesellschaften haben begonnen, diese Existenzgrundlage in kurzsichtigem Macht- und Gewinnstreben zu zerstören. Pflanzen und Tiere werden ausgerottet, endlich Ressourcen verschwendet, Landschaften vernichtet oder verbaut. Klimaveränderungen zeigen, dass Störungen des ökologischen Gleichgewichts irreversible sind und zunehmend globale Dimensionen annehmen. Unseren Kindern hinterlassen wir eine ausgeplünderte möglicherweise lebensfeindliche Erde.

Die GRÜNE PARTEI setzt sich mit Nachdruck dafür ein, diese verhängnisvolle Entwicklung umzukehren und kommenden Generationen ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. Unser Ziel ist eine Politik ökologischer Verantwortung, die sich nicht nur am materiellen Wohlstand eines kleinen Teils der Erdbevölkerung orientiert. Wichtiges Kriterium für Menschheits- und Kulturfortschritt ist nach unserem Verständnis die Lösung der dringenden globalen Probleme. Technische und wirtschaftliche Entwicklungen müssen diesem Ziel untergeordnet werden. Die GRÜNE PARTEI wendet sich gegen die Illusion, dass unbegrenztes ökonomisches Wachstum notwendig und möglich ist. Stattdessen orientieren. wir auf den Übergang von quantitativem zu qualitativem Wachstum, die Entwicklung veränderter Lebensvorstellungen und Wertorientierungen sowie solidarische Verhaltensweisen zu anderen Menschen, Gruppen und Völkern. Eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung unserer Ziele sehen wir in der Durchsetzung basisdemokratischer Formen der Mitbestimmung der Betroffenen in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Diese grundlegende Erklärung ist die Basis, auf der alle Programmpunkte der Grünen Partei erarbeitet wurden. Auf die Frage nach dem Verhältnis von Ökonomie und Ökologie gibt es auf lange Sicht nur eine Antwort: Ökologie ist Ökonomie.

Unser Programm entspringt der Erkenntnis, dass ohne grundlegende Veränderungen in der Art des Produzierens und Konsumierens ökologische Katastrophen unvermeidlich sind. Viele Forderungen GRÜNER POLITIKER könnten zunächst als Einschränkung von Lebens- und Konsumgewohnheiten empfunden werden. Wir sind jedoch überzeugt, dass diese Neuorientierung unser aller Gewinn ist: Gewinn an Gesundheit, Freizeit und menschlichen Beziehungen. Wir sind sicher, dass es lohnendere Lebensziele gibt als das unaufhörliche Streben nach dem Besitz materieller Güter. Aus der Gewissheit, dass sich diese Einsicht auch in unserem Land mehr und mehr durchsetzen wird, entspricht unsere Zuversicht hinsichtlich der Realisierbarkeit GRÜNER Politik.

Wenn Sie im Detail wissen wollen, welchen Standpunkt wir beziehen zu den aktuellen Fragen wie Recht auf Arbeit, Recht auf Wohnung, Recht auf Gesundheitsbetreuung, Absicherung der Lebensgrundlagen für Alleinerziehende, Rentner, Behinderte, Jugendpolitik, Familienpolitik, Stufenprogramm zur Überwindung der Zweistaatlichkeit der deutschen Nation und Frauenpolitik können Sie sich in unserem Parteibüro, Karl-Marx-Str. 22, Dienstag und Donnerstag von 18 bis 20 Uhr informieren.

Wir sind der Meinung, dass unser Programm besonders wichtig für unsere Jugend ist, denn: Die Zukunft ist grün!

Petra, D(...),
Sprecher Basisgruppe Schwedt

aus: Junger Erbauer, Nr. 10, 15.03.1990, 30. Jahrgang, Betriebszeitung des VEB PCK Schwedt-Stammbetrieb, Herausgeber: VEB PCK Schwedt-Stammbetrieb