DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Presseerklärung des DA zum Appell "Für unser Land"

Wir sind erschrocken über die Wirkung des Appells. Aus ihm spricht zwar die tiefe Besorgnis der von uns geachteten Erstunterzeichner angesichts der gesellschaftlichen Krise und der sich überstürzenden Ereignisse. Dennoch meinen wir, dass Aussage, Stil und Verbreitungsweise den uns bedrängenden Problemen nicht gerecht werden.

So einfach ist es nicht: "Entweder - Oder"!

Anstatt uns den Standort zu benennen, sind wir vor einen Scheideweg zwischen Traum und Furcht, Vision und Realität gestellt worden. In einer Unterzeichnungskampagne haben auch diejenigen sich des Aufrufs bedient, die den befürchteten Ausverkauf materieller, ideeller und moralischer Werte bereite seit Jahrzehnten betrieben haben.

Wir sind wie die Initiatoren des Aufrufs für eine solidarische Gesellschaft, in der Frieden und soziale Gerechtigkeit, Freiheit des einzelnen, Freizügigkeit aller und die Bewahrung der Umwelt gewährleistet sind. Aber wir haben auch die Verantwortung und noch die Freiheit, unseren Beitrag zu leisten für eine sich in Zukunft einigende Nation. Der Aufbruch des Volkes zur Demokratie birgt diese historische Chance, die wir nicht verspielen dürfen.

Aus zwei Staaten kommend, die verschiedenen Militärblöcken angehören, kann unsere Nation eine bedeutende Mittlerfunktion für eine dauerhafte europäische Friedensordnung wahrnehmen. Es ist eine zukunftsweisende politische Rolle des Ausgleiche und des Friedens.

Demokratischer Aufbruch - sozial+ökologisch
Programmkommission
Vorstand
2.12.1989