DDR 1989/90Brandenburger Tor


Di. 26. Dezember 1989


Der Landessprecherrat des Neuen Forums hat die Regierung aufgefordert, ehemaligen DDR-Bürgern, die in der Vergangenheit gegen ihren Willen ausgebürgert beziehungsweise unter hohem psychischem Druck zur Ausbürgerung gezwungen wurden, die Wiedererlangung der DDR-Staatsbürgerschaft in einer würdigen Form anzubieten. Gerade diese Menschen hätten durch ihr Vorbild wesentlichen Anteil an den jetzt erkämpften Veränderungen in der DDR.
(Neues Deutschland, Mi. 27.12.1989)

Die DDR darf kein Bundesland der BRD werden. Dafür demonstrierten am Dienstagnachmittag nach Schätzungen der Volkspolizei etwa 1 500 Einwohner Schwerins. Auf Transparenten warnten sie bei ihrem Marsch durch die Innenstadt vor einem Ausverkauf der DDR und sprachen sich für staatliche Souveränität aus. Mit Bürgern anderer Auffassung kam es zu teilweise heftigen Wortgefechten.

Aufgerufen zu dem Marsch hatte in der vergangenen Woche die Initiativgruppe "Für unser Land". In einem von ihr vertriebenen Flugblatt heißt es unter anderem: "Wir wollen einen souveränen deutschen Staat auf freiheitlich-demokratischer, humanistischer Grundlage, der die Ideen der Pariser Kommune und der Novemberrevolution 1918 aufgreift und fortsetzt."
(Neues Deutschland, Mi. 27.12.1989)

Ein reger Besuchsverkehr findet während der Weihnachtsfeiertage zwischen der DDR und der BRD sowie zwischen den beiden Hälften Berlins statt.