DDR 1989/90Brandenburger Tor

Impressum


Fr. 25. August 1989


Nach fünftägigen Gesprächen mit jungen Metallarbeitern in Wolfsburg, Bielefeld und Frankfurt (Main) hat eine Jugenddelegation des Zentralvorstandes der IG Metall aus der DDR am Freitag ihren Besuch in der BRD abgeschlossen. Die Abordnung erörterte mit ihren Partnern Fragen der gemeinsamen Verantwortung für Frieden und Abrüstung und beriet über Probleme und Ziele gewerkschaftlicher Jugendarbeit' in Betrieben. Mit Besorgnis wandten sich die Vertreter beider Metallarbeitergewerkschaften gegen den zunehmenden Neonazismus in der BRD.
(Neues Deutschland, Sa. 26.08.1989)

Fragen künftiger Zusammenarbeit erörterten Mitglieder des Zentralausschusses der Volkssolidarität der DDR und des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt der BRD in dieser Woche in Bonn. Während des am Freitag beendeten Informationsbesuches einer DDR-Delegation unter Leitung des Vorsitzenden des Zentralausschusses der Volkssolidarität, Alois Bräutigam, sprachen sich beide Seiten für die Fortführung der Beziehungen zwischen ihren Organisationen insbesondere zum Nutzen für die älteren Bürger aus. Vorgesehen ist ein Erfahrungsaustausch über Formen der Nachbarschaftshilfe, die Gewinnung ehrenamtlicher Helfer für soziale Aufgaben und die Organisierung der Kulturarbeit für ältere Bürger.
(Neues Deutschland, Sa. 26.08.1989)

Ein Protokoll über den Austausch von Informationen bei Schadensfällen an Gewässern, die Auswirkungen auf die jeweils andere Seite haben können, wurde am Freitag in Berlin zwischen dem Ministerium für Umweltschutz und Wasserwirtschaft der DDR und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz von Berlin (West) abgeschlossen. Für die DDR unterzeichnete der Abteilungsleiter im Ministerium für Umweltschutz und Wasserwirtschaft Gerhard Voigt, für die Westberliner Senatsverwaltung Senatsrat Dr. Klaus Melsheimer.
(Neues Deutschland, Sa. 26.08.1989)

Für die Verwirklichung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte hat sich DDR-Sprecherin Dr. Tatjana Ansbach am Freitag in Genf auf der 41. Tagung der Unterkommission gegen Diskriminierung und zum Schütze von Minderheiten der UNO-Menschenrechtskommission eingesetzt. Sie bekräftigte die in einem Tagungsbericht formulierte Aufgabe der Staaten, geeignete Bedingungen zur Durchsetzung dieser Rechte zu schaffen. Erst damit würden auch die erforderlichen Voraussetzungen für die Wahrnehmung der zivilen und politischen Rechte geschaffen. Der Gleichwertigkeit aller Menschenrechte und ihres engen Zusammenhangs sollten sich alle UNO-Organe noch stärker bewusst werden.
(Neues Deutschland, Sa. 26.08.1989)

Erster Tag des zweitägigen Seminars "Menschenwürde – Menschenrechte – Menschenpflichten" im Gemeindesaal der Golgatha-Gemeinde in Berlin. Anlässlich des 200. Jahrestags der Annahme der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte durch die Konstituante am 26.08.1789 in Paris.

Nach einem Bericht des Ministeriums für Staatssicherheit werden während der Veranstaltung Exemplare der Dokumentation "Wahlfall 89", "Arche Nova 4", "Friedensnetz" und "Kontext 6" unter die Leute gebracht.

Das MfS ist mit IMB "Donald" und "Hagen" vertreten.

Niklós Németh und Gyula Horn teilen Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher die bevorstehende Grenzöffnung mit, ohne ein Datum zu nennen. Von bundesdeutscher Seite wurde Hilfe zugesagt, sollten von sowjetischer Seite Sanktionen erfolgen.