DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Mi. 25. April


Energische Maßnahmen, zur Verwirklichung des Volkskammerbeschlusses "Über staatliche Pflichten zum Schutz und zur Forderung von Kunst und Kultur" vom 7.3.1990 hat die Gewerkschaft Kunst, Kultur, Medien in einem Schreiben an Volkskammerpräsidentin Dr. Sabine Bergmann-Pohl gefordert. Es müssten umgehend Regelungen getroffen werden, die die Kommunen in die Lage versetzen, die materiellen und finanziellen Existenzgrundlagen der Künste und des gesamten kulturellen Bereiches zu sichern. In einem weiteren Brief an Kulturminister Herbert Schirmer wird auf die dringend notwendige Erarbeitung eines Manteltarifvertrages für alle im Bereich Kunst und Kultur Tätigen verwiesen.
(Neues Deutschland, Do. 26.04.1990)

Das fotochemische DDR-Kombinat in Wolfen bei Bitterfeld ist nach Messungen der Umweltorganisation Greenpeace eine der größten Elbe-Verschmutzer beider deutschen Staaten. Die Filmfabrik pumpe jeden Tag mehrere Tonnen organischer Gifte, Schwermetalle und andere Schadstoffe in den bei Wolfen gelegenen sogenannten Silbersee, sagte Greenpeace-Chemiker Jörg Naumann am Mittwoch in Wolfen. Über die Flüsse Spittel und Mulde würden die "tödlichen Frachten" in die Elbe gespült.

Als "besorgniserregend" bezeichnete Naumann die im Wasser festgestellten Bleiwerte. Mit 43 Mikrogramm pro Liter sei das "starke Gift" im Silbersee so hoch wie sonst nirgendwo in der Elbe.
(Neue Zeit, Do. 26.04.1990)

Ost-Berliner Verleger von Zeitungen und Zeitschriften schlossen sich zu einem Landesverband zusammen, der allen Verlagen offensteht. Die Gründungsversammlung wählte Lothar Popp von der Berliner Verlag GmbH i.G. (in Gründung) zu ihrem Vorstandsvorsitzenden.
(Neue Zeit, Do. 26.04.1990)

Noch in diesem Sommer soll in Berlin ein erstes "Mütterhaus" eröffnet werden, das familiengelösten schwangeren Frauen und sozial gefährdeten Müttern "unmittelbare und konkrete Lebenshilfe" geben will Schwangere sollen in diesem Haus ihre Kinder ohne Gefährdung austragen können und junge Mütter die Möglichkeit erhalten, ihre Kinder selbst zu betreuen und zu erziehen. Das hat der Direktor von Innere Mission und Hilfswerk der Berlin-brandenburgischen Kirche, Hans-Dietrich Schneider, bestätigt. Das "Mütterhaus" sei zwar kein kirchliches Vorhaben, aber in engem Kontakt mit der Kirche entstanden, da die Diakonie in Berlin ein "Frauenhaus" einrichten werde.

Mit der Einrichtung des "Mütterhauses" werde einer "wichtigen sozialen Notwendigkeit" entsprochen. Das Projekt habe erst im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungen in der DDR verwirklicht werden können. Alle bisherigen Versuche seien schon in den Anfängen stecken geblieben.
(Neue Zeit, Mi. 25.04.1990)

Auf Einladung der Deutschen Postgewerkschaft in der DDR nimmt der Vorsitzende der Deutschen Postgewerkschaft Kurt van Haaren an deren Hauptvorstandssitzung teil. Kurt van Haaren trifft sich auch mit dem DDR-Postminister Emil Schnell zu einem Gespräch.