DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Do. 19. April


An ein Abschieben ausländischer Arbeitskräfte aus der DDR in ihre Heimatländer ist trotz der gegenwärtigen Strukturprobleme in der Volkswirtschaft nicht gedacht. Allerdings werde es 1990 keine Neueinreisen auf der Grundlage von Regierungsabkommen mehr geben. Die neue DDR-Administration müsse prinzipielle Entscheidungen zum Asyl- und Einwanderungsrecht treffen, so der Abteilungsleiter Ausländische Arbeitskräfte im Ministerium für Arbeit und Löhne der DDR, Jürgen Schröder, gegenüber der Zeitung "Der Morgen".

Nach Auskunft Schröders hätten bereits 150 Unternehmen "Umsetzungen" beantragt, um unter Missachtung noch gültiger Verträge und auf ungesetzliche Weise ihre Ausländer loszuwerden.

Der Abteilungsleiter schätzt, dass seit Öffnung der Mauer zwischen 2 000 und 3 000 Vietnamesen aus der DDR in den Westen geflohen sind. "Das ist aber nicht unsere Schuld: Die Pässe werden von den Botschaften einfach einbehalten ... Auch die zwölf Prozent Lohntransfer an die eigene Regierung, die jeder Vietnamese zu zahlen hat, sind in den Vertragen festgelegt und können nicht einseitig von uns aufgehoben werden."
(Neue Zeit, Do. 19.04.1990)

Die Wilhelm-Pieck-Universität Rostock heißt ab sofort wieder "Universität Rostock". Die 1419 gegründete Alma mater trug seit dem 8. Januar 1976 auf Beschluss des damaligen Ministerrates den Namen des ersten Präsidenten der DDR. Am Monatsbeginn hatten 79,2 Prozent der Wissenschaftler, Mitarbeiter und Studenten für die Namensänderung in einer Urabstimmung, an der 55,1 Prozent der mehr als 13 000 Stimmberechtigten teilnahmen, votiert.
(Neue Zeit, Do. 19.04.1990)

Die erste Ausgabe des Oranienburger Generalanzeigers wird in einer Auflage von 35 000 verteilt. Vor Ort erstellt, gedruckt in Hamm (Nordrhein-Westfalen).

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Regierungserklärung Lothar de Maizières