DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Di. 10. April


Die Gruppe der 20 erklärte das Aus für Dresdens Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer. Die Abgeordneten mit einem Mandat der Gruppe werden sich nach dem 6. Mai dagegen aussprechen, dass er weiter in diesem Amt bleibt. Klaus-Dieter Schulz von der Gruppe der 20 begründete die massive Absage an Berghofer am Dienstag vor der Presse in Dresden mit dessen "Vergangenheit als Sekretär des Zentralrates der FDJ und Durchpeitscher von Massenveranstaltungen". Ferner wurde auf etliche uneingelöste Versprechen des OB gegenüber Bürgern verwiesen.
(Neues Deutschland, Mi. 11.04.1990)

Die Arbeitsgruppen der kommunalen Runden Tische sollen nach dem 6. Mai als beratende Gremien den jeweiligen Parlamenten zur Seite stehen. An themenbezogenen Runden Tischen können Bürgerinitiativen und nicht politische Verbände ihre Fachkompetenz in die Behandlung konkreter kommunaler Probleme einbringen. Diesen Vorschlag erarbeitete der Landesvorstand Berlin des Demokratischen Aufbruch.

Die Arbeit der legitimierten Räte zur Bewältigung der anstehenden Probleme kann auf diese Weise durch interessierte und engagierte Bürger unterstützt werden. Von ihnen erarbeitete Konzeptionen tragen empfehlenden Charakter.

Themenbezogene Runde Tische können die Transparenz der Arbeit der Rathäuser erhöhen. Ihre Tätigkeit kann einen breiten Konsens in kommunalen Angelegenheiten vorbereiten helfen.
(Neue Zeit, Mi. 11.04.1990)

Seit gestern tagt im Konrad-Wolf-Saal der Akademie der Künste ein außerordentlicher Kongress des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Ziel des Kongresses ist die Annahme einer neuen Satzung. Sie war auf dem Kongress von 1988 nicht zu einem beschlussfähigen Konsens gebracht worden. Unter den jetzt errungenen neuen demokratischen Verhältnissen, aber auch den damit einhergehenden künftigen Mechanismen des Marktes sei es notwendig, so betonte Prof. Claus Dietel, dass sich der Künstlerverband von zentralistischen Leitungsstrukturen verabschiedete und statt dessen in möglichen Landes- und Dachverbänden demokratische Prinzipien durchsetzten. Dem Kongress liegt der Entwurf einer neuen Satzung vor, der von den Delegierten engagiert diskutiert wird.
(Neue Zeit, Mi. 11.04.1990)