DDR 1989/90Brandenburger Tor


So. 18. März 1990


Ergebnis der Volkskammerwahl 18.03.1990

(Neues Deutschland, Di. 20.03.1990)

Die Wahlkommission der DDR stellte in ihrer Sitzung am Freitag das endgültige Ergebnis der Wahlen zur Volkskammer vom 18. März fest. Danach waren 12 426 443 Bürger wahlberechtigt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen betragt 11 604 418, gültige Stimmen 11 541 155, ungültige 63 263. Nach Prüfung aller vorliegenden Protokolle der Wahlkreise erklärte die Wahlkommission:

Die Wahl zur Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik wurde ordnungsgemäß durchgeführt. Das endgültige Wahlergebnis bringt nur geringfügige Veränderungen. PDS und SPD gewinnen je einen Sitz, CDU und Alternative Jugendliste verlieren ein Mandat, so dass die AJL nicht in der Volkskammer vertreten ist. In einer Pressekonferenz unterstrich die Vorsitzende der Kommission, Petra Bläss, dass sich die Bevölkerung der DDR diese freien Wahlen erkämpft hat. Der Ruf nach ihnen kam aus den großen Demonstrationen des Herbstes 1989. Die Wahlkommission wird ihre Tätigkeit bis zu den Kommunalwahlen fortsetzen. Einige Mitglieder, die selbst kandidieren, werden durch andere ersetzt.
(Neues Deutschland, Sa. 24.03.1990)

In der neugewählten Volkskammer der DDR werden künftig 21 evangelische Theologen sitzen. Das geht aus der jetzt vorliegenden Übersicht über die voraussichtliche Verteilung der Mandate nach den ersten freien Wahlen in der DDR am 18. März hervor. 19 von ihnen sind ordinierte Pfarrer, die für ihre neue Tätigkeit zum Teil von ihren Landeskirchen beurlaubt wurden, zum Teil aus dem kirchlichen Dienst entlassen worden sind.

Mit acht Abgeordneten stellt die SPD nahezu die Hälfte der Pfarrer.
(Neue Zeit, Sa. 31.03.1990)

Von den 400 Abgeordnete die in der Volkskammer vor der Wahl saßen, schafften es 13 in die neue Volkskammer.

Lothar de Maizière schrieb später: "Schon bei diesem Gespräch, [zwischen Lothar de Maizière, Peter Hartmann und Horst Teltschik aus Bonn] und erst recht im weiteren Verlauf hatte ich den Eindruck, dass Helmut Kohl quasi mit dem 18. März, seit den freien Wahlen, die DDR als sein Operationsgebiet betrachtete."
(Lothar de Maizière in: Ich will, dass meine Kinder nicht mehr lügen müssen, 2010)

Der Strom von Übersiedlern aus der DDR in die Bundesrepublik hält an. Wie das Bundesinnenministerium am Montag in Bonn mitteilte, sind allein am vergangenen Wochenende 698 DDR-Übersiedler ins Bundesgebiet gekommen. In der gesamten letzten Woche waren es 10 734 und damit genau so viel wie in der Woche davor. Insgesamt wechselten in diesem Jahr bereits 144 062 DDR-Bewohner in die Bundesrepublik über.
(Neues Deutschland, Di. 20.03.1990)

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