DDR 1989/90Brandenburger Tor


Sa. 3. Februar 1990


Die Kalikumpel im Werk "Thomas Müntzer" des Kaliwerkes Südharz in Bischofferode setzten am Wochenende ihren unbefristeten Streik fort. Am Freitag hatten sich in einer Urabstimmung 85 Prozent der Belegschaft für den Streik entschieden.

Gefordert werden eine Lohnerhöhung von 400 Mark pro Beschäftigten und die wirtschaftliche Selbständigkeit des Kombinates, um eigenständig Fonds bilden und verwenden zu können.

In Beratungen des stellvertretenden Ministers für Schwerindustrie mit dem Belegschaftskomitee am Sonnabend konnte keine Übereinkunft in Bezug auf die Lohnforderungen erzielt werden. Aus diesem Grunde wird Montag früh das Belegschaftskomitee in Berlin mit dem Minister für Schwerindustrie zusammentreffen, um noch einmal diese Forderungen zu bekräftigen und zugleich ein Leistungsangebot zu unterbreiten.
(Neues Deutschland, Mo. 05.02.1990)

Zum 17. Mal trafen sich am Sonnabend rund 30 000 Bürger aus Plauen und Umgebung zu einer friedlichen Demonstration durch das Zentrum der vogtländischen Kreisstadt. Mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und den grün-weißen Flaggen Sachsens gaben sie ihrer Forderung nach einem einigen deutschen Vaterland Nachdruck. Auf einer Kundgebung sprachen Vertreter mehrerer Parteien und Gruppierungen. Superintendent Thomas Küttler nannte dabei die Aufnahme des Ehepaares Honecker in einem Pfarramt eine "Tat der Barmherzigkeit".
(Neues Deutschland, Mo. 05.02.1990)

Für die Bewahrung einer gesunden Basis des sportlichen Alltags setzten sich am Sonnabendvormittag rund 4 000 Teilnehmer einer Kundgebung im Berliner Lustgarten ein, die meisten von ihnen Kinder und Jugendliche. Kürzung finanzieller und materieller Zuwendungen der Betriebe treffen in erster Linie das Geschehen in Sportgemeinschaften, in denen der Nachwuchs seine Freizeit verbringt - so der Tenor der Veranstaltung.
(Neues Deutschland, Mo. 05.02.1990)

Das Greifswalder Kernkraftwerk öffnete am Sonnabend erstmals seine Türen für die Einwohner der Umgebung. Die Blöcke würden früher außer Betrieb gehen als seinerzeit projektiert war, hieß es während der Rundgänge. Wie Direktor Dr. Brune sagte, unterstütze man im KKW eine Sicherheitsüberprüfung durch die BRD-Gesellschaft für Reaktorsicherheit und das Staatliche Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz der DDR.
(Berliner Zeitung, Mo. 05.02.1990)

Ein DDR-offenes Kinderhilfswerk Mecklenburg-Vorpommern e. V. hat sich in Waren konstituiert. Zu seinen Zielen gehört sich als überparteiliche Einrichtung vorrangig für Heimkinder behinderte, aus mittellosen Elternhäusern und kinderreichen Familien stammende, erholungsbedürftige Kinder, vorrangig aus Gebieten mit hoher Schadstoffbelastung der Luft, sowie für Kinder Rumäniens zu engagieren.
(Berliner Zeitung, Sa. 03.02.1990)

Eine neue Gesellschaft der Freunde Spaniens in der DDR ist gegründet worden.
(Berliner Zeitung, Sa. 03.02.1990)

Im Zuge der Reformen in den Grenztruppen der DDR werden in den nächsten Wochen Schützenpanzerwagen auf direktem Wege oder über Zwischenlager der Verschrottung zugeführt. Wie aus einer Mitteilung der Grenztruppen hervorgeht, werden die ersten 100 SPW dazu am 5. Februar zum Reparaturwerk Neubrandenburg in Marsch gesetzt.
(Berliner Zeitung, Sa. 03.02.1990)

Als Rudolf-Virchow-Bund konstituierte sich in der Berliner Charité ein Verband der Ärzte und Zahnärzte der DDR.
(Neues Deutschland, Mo. 05.02.1990)

Eine für alle Bürger der DDR und in der DDR lebende Belgier offene Gesellschaft für Kennenlernen, Zusammenarbeit und Freundschaft mit dem belgischen Volk wurde am 3. Februar 1990 in Berlin gegründet. Interessenten sind willkommen.
(Berliner Zeitung, Do. 08.02.1990)

Als wichtige Etappe auf dem Weg zu ihrem Treffen am 13. und 14. Februar in Bonn haben Ministerpräsident Hans Modrow und Bundeskanzler Helmut Kohl ihr mehr als einstündiges Gespräch unter vier Augen gewertet, zu dem sie am Rande des Weltwirtschaftsforums am Sonnabend in Davos zusammenkamen.
(Neues Deutschland, Mo. 05.02.1990)

Einen Gemeinderat wählen die Einwohner von Dessau-Mildensee. Aus deren Mitte wird dann der Bürgermeister gewählt.

Demonstriert wird in Finsterwalde.

In einer Verlautbarung das Neue Forum Hoyerswerda erklären sie, ihre Mitglieder können sich ausgehend von ihren Zielen mit der SPD identifizieren.

In Potsdam erscheint die erste Nummer der Zeitung "WINK ELEMENT".

Dritter Workshop "Psychologische Aspekte der Homosexualität" in Jena. Es wird ein Positions- und Forderungspapier beschlossen. Der erste Workshop wurde am 28.06.1985 in Leipzig und der zweite am 23.04.1988 in Karl-Marx-Stadt durchgeführt.

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