DDR 1989/90Brandenburger Tor


Streiks Februar 1990


Fr. 02.02.
Am 2. Februar 1990 traten die Kali-Kumpel der später zum Symbol gewordenen Zeche "Thomas Müntzer" im Eichsfelder Bischofferode in den Streik. Sie forderten pauschal 400 Mark mehr Lohn und das Aufbrechen der bisherigen zentralistischen Wirtschaftsstrukturen. Erwirtschaftete Gewinne sollten innerhalb der Betriebe verwandt und nicht mehr mehrheitlich an den Staat abgeführt werden. Nach drei Tagen wurde ihr Streik erfolgreich beendet und sowohl die Lohnforderung als auch die nach wirtschaftlicher Selbständigkeit ihres Kombinates erfüllt.

Aufgerufen durch ein Rundschreiben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SMH Leipzig kamen am 2. Febr. um 13.00 Uhr ca. 1 000 Beschäftigte des Gesundheits- und Sozialwesens dieser Stadt zu einem über einstündigen Warnstreik am Neuen Rathaus zusammen.

Seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SMH wurden konkrete Forderungen gestellt, dazu gehörte, die alten Strukturen völlig zu zerschlagen und einen eigenständigen Notdienst in Leipzig einzuführen.

Do. 08.02.
Die Lehrer der 23. und 24. Oberschule Gera-Lusan traten am Donnerstag in einen etwa zweistündigen Warnstreik. Sie forderten mehr soziale Sicherheit im Bildungswesen sowie die schnellste Verabschiedung eines neuen Gewerkschaftsgesetzes. Energisch wandten sie sich gegen die Äußerungen von Abend. Auf einer Kundgebung wollen sie am Freitag ihre Forderungen auflisten.

Das Arbeitssekretariat des Zentralvorstandes der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung hat ebenfalls reagiert. Mit den Vorstellungen von Abend würden Unsicherheiten verbreitet, soziale Sicherheit und Errungenes für Lehrer, Schüler und Eltern einschneidend gefährdet. Berliner Pädagogen und Eltern rufen für Freitag, 16 Uhr, zu einer Protestdemonstration vor dem Bildungsministerium auf.


Alle Angaben sind Auszüge aus den Chronikseiten Februar 1990 www.ddr89.de. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben.