DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Damit Frauen im Betrieb nicht vergessen werden

Am 8. Januar traf sich die zurzeit noch im Betrieb arbeitende Frauenkommission, um über die weitere Arbeit zu beraten. Auch auf dem Gebiet der Frauenarbeit wird sich sicher manches ändern müssen. Das geht schon mit der Bezeichnung los. Weiter Frauenkommission oder Umbenennung? Alle die noch offenen Fragen wird hoffentlich der FDGB-Kongress Ende des Monats beantworten.

Und wie weiter in unserem Betrieb? Kommissionsmitglieder sind mit nachstehenden Fragen in ihre Verantwortungsbereiche gegangen und haben mit den Frauen beraten:

- Brauchen wir noch eine Frauenvertretung im Betrieb?

- Soll die Frauenausfahrt weiter stattfinden?

- Wie wird künftig mit dem Frauentag und der Festveranstaltung verfahren?

Nach den Aussprachen waren die Meinungen, wie sollte es auch anders sein, geteilt. Die Mehrzahl der Frauen hat sich so entschieden:

1. Die Arbeit der Frauenkommission muss weitergeführt werden, um die Rechte der Frauen durchzusetzen und die anstehenden Probleme zu klären.

2. Es werden zwei Festveranstaltungen gewünscht, um allen Frauen die Möglichkeit der Teilnahme zu gewähren. Beide Veranstaltungen werden nach der Arbeitszeit durchgeführt. Es wird ferner gewünscht, dass außer dem Generaldirektor oder seinem Vertreter nur noch ein Vertreter der Gewerkschaft an diesen Veranstaltungen teilnehmen.

3. Das Geschenk am Arbeitsplatz für jede Frau im Wert von 10 Mark sowie das Geschenk zur Festveranstaltung fallen weg.

4. Die "Fahrt ins Blaue" wird weiterhin gewünscht: Die Anzahl der Frauen sollte auf 40 erhöht werden, um die Buskapazität auszulasten.

Was die Höhe der bereitzustellenden Mittel aus dem Kultur- und Sozialfonds betrifft, wird - dadurch keine Veränderung eintreten. Ob 1990 im Rahmen der Frauenarbeit Vorträge, Foren bzw. wieder eine Modenschau stattfinden sollen, überlassen wir den Frauen selbst, und ich bitte deshalb um Meinungsäußerungen. Diese Veranstaltungen würden dann grundsätzlich nach der Arbeitszeit stattfinden bzw. die ausfallende Arbeitszeit ist vorzuarbeiten.

Für weitere Hinweise bzw. Vorschläge bezüglich der, zukünftige Frauenarbeit sind wir dankbar. Sie werden der neu zu wählenden Frauenkommission sicher eine Hilfe sein.

RENATE W(...),
Vorsitzende
Frauenkommission

aus: Kampfgefährte, Nr. 2/31. Jahrgang, 26. Januar 1990, Betriebszeitung der Werktätigen des Stammbetriebes Zentralwerkstatt Regis im KABB