DDR 1989/90Brandenburger Tor

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Seit Dezember 1989 arbeitet in Karl-Marx-Stadt eine Initiativgruppe zur Gründung von Räten der Werktätigen. In der "Ersten Maschinenfabrik Karl-Marx-Stadt" wurde von der Belegschaft bereits ein Betriebsrat gewählt, in anderen Betrieben, wie dem "Großdrehmaschinenbau 8. Mai" steht die Wahl bevor. "Gerade die bevorstehenden Strukturwandlungen und das Eindringen westlichen Kapitals erfordern wirksame Einrichtungen zum Schutz der Belegschaftsinteressen", erklärt Dieter K(...), Medienbeauftragter der Initiativgruppe.

Ihre Mitglieder sind sich einig in der Einschätzung, dass der FDGB als Interessenvertreter der Werktätigen versagt habe. Besonders deutlich werde dies am Beschluss des Ministerrates vorn 8.12., der vom FDGB mitgetragen wird. Danach stehen ehemaligen Mitgliedern der Staats- und kommunalen Organe, wenn sie durch Umstrukturierungen beschäftigungslos wurden, für drei Jahre Lohnausgleichszahlungen zu. Laut § 121 des Arbeitsgesetzbuches dürften diese aber nur ein Jahr lang gezahlt werden.

Wochenblatt, unabhängige Zeitung Karl-Marx-Stadt, Nr. 1, 05.01.1990

aus: Demokratiebewegung - wie weiter?, Dezember 1989-Januar 1990, Demokratiebewegung in der DDR, Materialien zur gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, DGB-Bundesvorstand, Abt. gewerkschaftliche Bildung, ohne Ort und Datum