DDR 1989/90Brandenburger Tor

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ADA
ARBEITNEHMERVERBAND DEMOKRATISCHER AUFBRUCH

WIR FORDERN EINE BELEGSCHAFTSVERTRETUNG IN ALLEN BETRIEBEN.

Eine der ersten Aufgaben des neu gewählten Parlaments wird es sein, ein Betriebsverfassungsgesetz zu beraten und zu verabschieden. In einem solchen Gesetz sollen die Rechte der Arbeitnehmerschaft und ihrer Vertreter festgeschrieben werden.

Solange wollen wir jedoch nicht warten. Wir wollen bereits heute, daß die Arbeitnehmerschaft Ihre Rechte wahrnehmen kann und fordern deshalb die Bildung einer Beschäftigtenvertretung In allen Betrieben. Sie soll unabhängig von der Betriebsleitung sein, so wie die Betriebsräte in der Bundesrepublik. Eine Belegschaftsvertretung gehört unabdingbar zur Sozialen Marktwirtschaft.

Wir fordern die Werktätigen in den Betrieben auf,

- mit der Betriebsleitung eine Vereinbarung über die Bildung einer Beschäftigtenvertretung zu treffen,

- in einer Belegschaftsversammlung Ihre Vertreter frei zu wählen.

Die Belegschaftsvertretung soll mitbestimmen, in sozialen und personellen Angelegenheiten, insbesondere bei

- Arbeitszeitfragen,

- Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes,

- Fragen der betrieblichen Lohngestaltung,

- Gestaltung und Änderung der Arbeitsplätze, der Arbeitsumgebung und Arbeitsorganisation,

- Einführung, Anwendung und Änderung technischer Einrichtung und Verfahren, die geeignet sind, das Verhalten und die Leistung der Beschäftigten zu Überwachen,

- der Personalplanung,

- Einstellung, Eingruppierung, Umgruppierung, Versetzung und Kündigung eines Beschäftigten.

Die Belegschaftsvertretung soll die Rechte der Belegschaft wahrnehmen. Darüber hinaus erwarten wir von der Belegschaftsvertretung auch die richtigen Frauen und Männer für eine Gewerkschaftsbewegung, die glaubwürdig und nachdrücklich die Interessen der Arbeitnehmer vertreten kann.

ADA-Geschäftsstelle, Demokratischer Aufbruch, Haus der Demokratie, Friedrichstr. 165, Berlin 1080

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